Das Gras als physische Seele. Sensation: Aus PIE *gʷeih₃- („leben") stammen Giya (Pflanze) UND Giyān (Seele) — beides „Leben"! Auch griech. bios (→ Biologie), lat. vivus (→ vital), Sanskrit jīvá. Animistische Weltsicht: Die Erde atmet durch das Gras. Bemerkenswert: Im traditionellen Kurdisch gibt es kein Wort für „Unkraut".
Das Wort گیا (Giya) bedeutet „Gras, Kraut" — der direkte Ausdruck der Lebendigkeit der Erde. Sensationelle Verwandtschaft: Aus PIE *gʷeih₃- („leben, lebendig sein") stammen Giya (Pflanze) UND Giyān (Seele) — beides „Leben". Auch griech. bios (→ Biologie!), lat. vivus (→ vital), dt. Quecke/erquicken, Sanskrit jīvá gehören dazu.
„Das Gras, das im Frühling die kargen Felsen des Zagros überzieht, besitzt dieselbe Lebenskraft (Giyān) wie der Mensch."
| Sprache | Wort | Bedeutung |
|---|---|---|
| PIE | *gʷeih₃- | leben, lebendig |
| Sanskrit | jīvá, jīvas | lebendig |
| Avestisch | jvant- | lebendig |
| Griechisch | bios, zōē | Leben — daraus Biologie, Biographie, Zoologie |
| Latein | vivus, vita, vivere | lebendig, Leben — daraus vital, Vitamin, revive |
| Deutsch | Quecke, quick, erquicken | lebenskräftig |
| Englisch | quick (= lebendig), revive | schnell (ursprl. lebendig!), wiederbeleben |
| Persisch | zende (زنده) | lebendig |
| Sorani | گیا | Gras / Kraut |
| Sorani | گیان | Seele / Leben / Atem |
| Sorani | Wörtlich | Abstrakte Bedeutung |
|---|---|---|
| گیا | Das Lebendige (Erde) | Gras / Kraut |
| گیان | Das Lebendige (Atem) | Seele / Geist |
| گیادەرمان | Lebens-Heilung | Naturheilkunde |
| Biologie (GR) | Lebens-Kunde | (Verwandte Wurzel) |
Giya ist im Kurdischen der Beweis für eine animistische Weltsicht: Die Erde „atmet" durch das Gras. Wissenschaftlich verbindet die Wurzel *gʷeih₃- das kurdische Berggras direkt mit der griechischen Biologie und der lateinischen Vitalität. Jedes Mal, wenn ein kurdischer Hirte sein Vieh auf die Weide führt, vollzieht er einen heiligen Akt: Er lässt das Giyān (Leben) seiner Herde durch das Giya (Kraut) des Berges nähren. In der Apotheke der Zagros ist jede Pflanze ein kleiner Funke der universellen Seele.
Nutze diese Seite als Baustein im Sorani-Lernweg: erst verstehen, dann üben, anschließend mit Karteikarten und Beispielsätzen wiederholen.