Das Schicksal als „Zuteilung". Aus PIE *bhag- („zuteilen") — derselbe Stamm wie der Sanskrit-Gott Bhaga (Zuteiler — daraus Bhagavad Gita!) und das russische bog (Gott)! Im Kurdischen ist Glück kein Zufall, sondern einen Anteil besitzen. Baxtewar = glücklich, Bext-im bêt = höchster Eid.
Das Wort بەخت (Bext) bedeutet „Schicksal, Glück, Vorbestimmung" — im Kurdischen keine Zufall, sondern eine „Zuteilung". Sensationelle Verwandtschaft: Aus PIE *bhag- („zuteilen") stammen Bext UND der Name des indischen Gottes Bhaga (Zuteiler — wie in der Bhagavad Gita) UND das russische bog (Gott)! Glück = einen Anteil besitzen.
„Man macht sein Glück nicht — man besitzt es oder verliert es. Glücklich ist, wer einen Anteil hat."
| Sprache | Wort | Bedeutung |
|---|---|---|
| PIE | *bhag- | zuteilen, Anteil geben |
| Sanskrit | bhaga, Bhagavad | Anteil, Glück; Bhagavad Gita = „Lied des Herrn (Zuteilers)"! |
| Avestisch | baxta- | Schicksal, Los |
| Slawisch (russ.) | bog (бог) | GOTT! — direkt aus *bhag- (der Zuteiler des Schicksals) |
| Slawisch | bogatyj | reich (= einen Anteil habend) |
| Griechisch | phagein | essen (ursprl. „seinen Anteil verzehren") |
| Deutsch | (Glück) | andere Wurzel (von gelücke) |
| Persisch | baxt (بخت) | Schicksal |
| Sorani | بەخت | Schicksal / Glück / Zuteilung |
| Sorani | Wörtlich | Abstrakte Bedeutung |
|---|---|---|
| بەخت | Der Anteil / Das Los | Schicksal |
| Glück (DE) | (von gelücke) | wie es sich schickt |
| Fortuna (LAT) | (von fors) | das Zufällige |
| Bog (russ.) | Der Gott | Zuteiler |
Bext ist im Kurdischen der Zettel des Lebens. Es erinnert daran, dass wir nicht alles kontrollieren können, aber dass wir unseren „Anteil" (Bext) mit Ehre tragen müssen. Wissenschaftlich gesehen ist kurdisch Bext näher an der indischen und slawischen Götterwelt als an der westlichen Idee des Zufalls. Wenn ein Kurde sagt: „Baxt-im řeş-e" (Mein Schicksal ist schwarz), klagt er nicht über einen Zufall, sondern über eine dunkle Zuteilung des Universums.
Nutze diese Seite als Baustein im Sorani-Lernweg: erst verstehen, dann üben, anschließend mit Karteikarten und Beispielsätzen wiederholen.