Das Recht als das Gegebene. Aus PIE *deh₃- (geben) und *dʰē- (setzen/stellen). Verwandt mit lat. datum (das Gegebene — daher dt. Datum), Sanskrit dhāman- (Gesetz/heiliger Ort), dt. Tat und tun. Im kurdischen Denken ist Recht keine menschliche Erfindung, sondern eine gegebene Ordnung, die zu bewahren ist.
Das Wort داد (Dād) bedeutet „Recht / Gerechtigkeit / Gesetz“ — wörtlich aber „das Gegebene“. Es ist ein moralischer Anker, kein bloßer juristischer Begriff. Wer von Dād spricht, beruft sich auf eine Ordnung, die nicht erfunden, sondern empfangen wurde — sei es von der Natur, der Vernunft oder dem Göttlichen.
„Gerecht sein heißt, das Gleichgewicht des Gegebenen zu schützen — nicht ein neues Gesetz zu schreiben.“
| Sprache | Wort | Bedeutung |
|---|---|---|
| PIE | *deh₃- | geben |
| PIE | *dʰē- | setzen / stellen |
| Sanskrit | dadāti / dhāman- | er gibt / Gesetz, heiliger Ort |
| Avestisch | dāta- | das Gegebene |
| Latein | dare / datum | geben / das Gegebene (→ Datum, Data) |
| Deutsch | Tat / tun | Tat (= das Gesetzte) |
| Persisch | dād (داد) | Recht / Gerechtigkeit |
| Sorani | داد | Recht / Gerechtigkeit |
| Sorani | Wörtlich | Abstrakte Bedeutung |
|---|---|---|
| داد | Recht | Das Gegebene |
| دادگا | Gericht | Ort des Rechts |
| بێداد | Ohne Recht | Ungerecht / unsittlich |
| datum (LAT) | Das Gegebene | Verwandt mit *deh₃- |
Dād ist die kurdische Tiefenstruktur des Rechts. Wissenschaftlich teilt es seine Wurzel mit dem lateinischen datum und dem deutschen tun. Wer Dād sagt, beruft sich auf eine Ordnung, die der Mensch nicht erfindet, sondern empfängt. Im täglichen Sprachgebrauch lebt das Wort in Dadgā (Gericht) und Dadperwer (Rechtschaffen).
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