✒️ Schriftsteller · 1907–1984

Elaedîn Secadî

عەلائەدین سەجادی

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Überblick

Elaedîn Secadî war einer der bedeutendsten kurdischen Schriftsteller, Forscher, Journalisten und Literaturhistoriker des 20. Jahrhunderts. Er gilt als der Pionier, der die kurdische Literatur erstmals systematisch dokumentierte und klassifizierte – sein monumentales Werk legte den Grundstein für die moderne kurdische Literaturwissenschaft.

Herkunft und Ausbildung

Secadî wurde 1907 im Dorf Berzincî nahe Slemani geboren, in eine angesehene religiöse Familie. Seine Ausbildung begann in den Hujras von Slemani und Biara. Später zog er nach Bagdad, vertiefte dort seine Studien und erhielt seine offizielle Lehrbefugnis (Ijazah) als Mullah – doch statt einer rein geistlichen Laufbahn widmete er sein Leben dem geschriebenen Wort und der Erforschung der kurdischen Identität.

Journalistisches Wirken und „Gelawêj“

Secadî war eine treibende Kraft der kurdischen Presselandschaft: Zusammen mit Ibrahîm Ehmed gründete und leitete er von 1939 bis 1949 die berühmte Literaturzeitschrift Gelawêj (Der Morgenstern) – das wichtigste Forum kurdischer Intellektueller, das eine ganze Generation von Schriftstellern prägte. Später leitete er die Zeitschrift Nizar und arbeitete viele Jahre in der kurdischen Sektion von Radio Bagdad.

Wissenschaftliches Vermächtnis

Sein wichtigstes Werk ist Mêjûy Edebî Kurdî (Geschichte der kurdischen Literatur, 1952) – das erste umfassende Werk, das Biografien und Werke kurdischer Dichter von der klassischen Ära bis zur Moderne analysierte. Ein weiteres Herzensprojekt war Riştey Mirwarî (Die Perlenkette): In mehreren Bänden sammelte er kurdische Anekdoten, Volkswitz, Sprichwörter und soziale Erzählungen und rettete so einen wesentlichen Teil der mündlichen Überlieferung vor dem Vergessen.

Tod und Vermächtnis

Secadî verstarb 1984 in Bagdad – ein schwerer Verlust für die kurdische Wissenschaft. Er hinterließ über 20 bedeutende Bücher, die bis heute als Standardwerke an Universitäten genutzt werden. Er wird als der Mann erinnert, der der kurdischen Literatur ein Gedächtnis gab und bewies, dass die kurdische Kultur reich an Tiefe, Humor und Widerstandskraft ist.

Über die kurdische Sprache

Die Sprache als Festung der Nation.

Soranî · Deutsch
زمانمان مۆرکی نەتەوایەتیمانە
Unsere Sprache ist das Siegel unserer Nationalität,
نیشانەی ڕەسەنیی و ژیانمانە
sie ist das Zeichen unserer Echtheit und unseres Lebens.
گەر زمان بڕوا، نەتەوەش نامێنێ
Wenn die Sprache vergeht, schwindet auch die Nation;
زمان ئەو قەڵایەیە کە کوردمان دەپارێزێ
die Sprache ist jene Festung, die uns Kurden bewahrt.

Weisheit und Volkstum

Der Wert des Wissens gegenüber dem Reichtum.

Soranî · Deutsch
زانست چرایە بۆ ڕێگای تاریک
Wissen ist eine Fackel für den dunklen Pfad,
نەک زێڕ و زیو و هەژماری باریک
nicht Gold, Silber oder ein schmales Konto.
ئەوەی بە عیلم و ئەدەب ڕازاوە
Wer mit Bildung und Literatur geschmückt ist,
ناوی لە ناو کورد هەر بە نەمانی ماوە
dessen Name bleibt unter den Kurden für immer unsterblich.

Einordnung und Zeitgenossen

Zeitlich gehört Elaedîn Secadî (1907 – 1984) in die Zeit der Presse und frühen Moderne (1898–1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: ʿEbas Heqîqî, Awat (Seyid Kamîl Îmamî), Zarî (Mela ʿEbdulkerîm Saʿîb), Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher). Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.