Überblick
Zarî (bürgerlich Mela ʿEbdulkerîm Saʿîb) war ein bedeutender kurdischer Dichter und Übersetzer aus Mukriyan – ein klassischer Vertreter der Lyrik, der die Tradition Nalis und Mahwîs ins 20. Jahrhundert trug.
Leben und Herkunft
Mela ʿEbdulkerîm wurde 1905 im Dorf Alkełû (Region Feyzułłabegî nahe Saqqez) geboren, erhielt die Hujra-Ausbildung und den Titel eines Mullahs. Er war zweimal verheiratet und hinterließ eine große Familie (sechs Söhne, eine Tochter). Zarî starb am 17. Juni 1982 und wurde im Dorf Arebuẍłû beigesetzt, wo sein Grab bis heute ein Ort des Gedenkens ist.
Literarisches Schaffen
Zarî war äußerst produktiv: Sein rund 300-seitiger Dîwan umfasst 88 Ghaselen, 56 Kassiden, 17 Quintainen (Pênc-xiştekî), 21 Masnavis sowie zahlreiche nationale und religiöse Gedichte – von zarter Schönheits- und Liebesbeschreibung bis zu religiösen Reflexionen und patriotischen Versen. Eines seiner größten Verdienste ist die kurdische Bearbeitung von „Leyla und Mecnûn“ nach Nizami Ganjavi.
„Diłî Fewtawim“ (Mein verlorenes Herz)
Die Qual der Trennung in klassischen Metaphern; „Âwpaşî“ (das Sprengen von Wasser auf den Weg des Reisenden) übernehmen hier die Tränen des Dichters.
Einordnung und Zeitgenossen
Zeitlich gehört Zarî (1905 – 1982) in die Zeit der Presse und frühen Moderne (1898–1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: ʿEbas Heqîqî, Awat (Seyid Kamîl Îmamî), Elaedîn Secadî, Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher). Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.