Überblick
Seyid Kamîl Îmamî – bekannt als Awat („Sehnsucht, Hoffnung“) – war ein herausragender kurdischer Dichter und glühender Patriot aus Ostkurdistan, aus einer der einflussreichsten religiösen Familien Mukriyans; die „poetische Sehnsucht von Zenbil“.
Herkunft und spirituelles Umfeld
Seyid Kamîl wurde 1903 im Dorf Zenbil nahe Saqqez geboren, als Sohn von Seyid ʿEbdulhekîm aus einer Dynastie, die den Naqşbendî- und Qadiri-Orden leitete; die Khanqah von Zenbil war ein bedeutender Ort der Gelehrsamkeit. Sein Onkel war Hajî Babashêx, der spätere Premierminister der Republik Mahabad (1946), unter dessen Aufsicht Awat einen Teil seiner Ausbildung erhielt und früh mit nationalen Ideen in Kontakt kam.
Politisches Engagement und Haft
Awat unterstützte die Republik Mahabad leidenschaftlich; nach ihrem Fall 1946 wurde er verhaftet und verbrachte zwei schwere Jahre in den Gefängnissen von Bokan, Saqqez, Urmia und Mahabad. Diese Zeit der Isolation prägte seine Lyrik und verlieh ihr eine schwermütige, aber standhafte Note. Er pflegte enge Freundschaften mit Hejar, Hemin und Swara Ilxanîzade; der legendäre Sänger Hasan Zirak vertonte viele seiner Gedichte.
Tod und Vermächtnis
Awat starb am 27. Juli 1989 und wurde auf seinen Wunsch in der Khanqah von Zenbil an der Seite der großen Scheichs seiner Familie beigesetzt. Sein Grab ist heute ein Wallfahrtsort; er hinterließ einen umfangreichen Dîwan, der als einer der wertvollsten Schätze der Mukriyan-Literatur gilt – die Stimme der kurdischen Berge.
„Herbstregen und Schmerz“
Die melancholische Natur des kurdischen Gebirges als Spiegel des inneren Zustands.
Einordnung und Zeitgenossen
Zeitlich gehört Awat (1903 – 1989) in die Zeit der Presse und frühen Moderne (1898–1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: ʿEbas Heqîqî, Zarî (Mela ʿEbdulkerîm Saʿîb), Elaedîn Secadî, Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher). Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.