📜 Dichter · 1910–1996

Şarî (Alî Arif Axa)

شاری

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Überblick

Alî Arif Axa, in der Literaturwelt bekannt unter seinem Künstlernamen Şarî, war ein bedeutender kurdischer Dichter aus Slemani. Er ist vor allem für seine Philosophie der „einfachen Poesie“ bekannt, mit der er die Herzen einer breiten Leserschaft erreichte.

Herkunft und Ausbildung

Alî wurde 1910 im Viertel Dergezên in der Stadt Slemani geboren. Er entstammte der angesehenen Familie von Axa Taha (Sohn des Arif Axa, Sohn des Aziz Axa). Seine formale Bildung schloss er mit der mittleren Reife (Nawendî) ab. Schon in jungen Jahren entwickelte er eine tiefe Leidenschaft für die kurdische Literatur und wurde stark von den großen Meistern der klassischen Poesie beeinflusst, darunter Nali, Kurdî, Salim, Şêx Reza Talebanî, Mewlewî, Zîwer und Bêkes.

Literarischer Stil und Philosophie

Obwohl Şarî in der klassischen Form dichtete, wählte er bewusst einen zugänglichen und klaren Sprachstil und lehnte übermäßig komplexe, schwere Metaphern ab. Seine Begründung war charakteristisch: „Ich mag keine komplizierten und schweren Gedichte, da sie das Gefühl und den Verstand ermüden.“ Dieser Ansatz machte seine Werke sehr populär – sie bewahren die tiefe Emotionalität der klassischen Schule und bleiben doch für jedermann verständlich.

Themen seines Werkes

Şarîs Werk hat drei Schwerpunkte: Liebeslyrik (Dildarî) – der größte Teil seiner Gedichte widmet sich der Romantik und persönlichen Emotionen; Patriotismus – eindringliche Gedichte über die Leiden und den Widerstand des kurdischen Volkes; sowie Soziales und Elegien – gesellschaftliche Missstände und Klagelieder (Şînname) auf bedeutende Persönlichkeiten. In einem seiner bekanntesten patriotischen Gedichte mahnt er zur Tatkraft: „Verstehe den nicht als Kurden, der für diesen heiligen Boden nicht wie Kawa [der Schmied] Opferbereitschaft in seinen Taten zeigt.“ Damit kritisierte er jene, die nur in Teehäusern große Reden schwangen, aber im Angesicht der Gefahr nicht handelten.

Tod und Vermächtnis

Şarî verstarb 1996 in seiner Heimatstadt Slemani. Er hinterließ ein reiches literarisches Erbe, das zeigt, dass wahre poetische Tiefe nicht hinter komplizierten Worten verborgen sein muss, sondern in der Aufrichtigkeit und Klarheit der Sprache liegen kann.

Über den kurdischen Widerstand

Der ungebrochene Geist des Volkes trotz jahrhundertelanger Leiden.

Soranî · Deutsch
دەمێکە گیانی ئەم قەومە پڕووکاوە لە ئازارا
Schon lange ist die Seele dieses Volkes vor Schmerz erschöpft,
بەڵام شێرانە ڕوو نادا بە ئازار و بەبێ زارا
doch wie ein Löwe zeigt es keine Schwäche und klagt nicht laut.
بەچالاکی بەدڵپاکی خەباتی کردووە ھەردەم
Mit Tatenkraft und reinem Herzen hat es stets gekämpft,
لەدەشت و شاخ و ڕووبارا لە دێھاتا لەناو شارا
in der Ebene, im Gebirge, am Fluss, im Dorf und in der Stadt.

Wahre Identität und Opferbereitschaft

„Kurdisch-Sein“ zeigt sich nicht in Worten, sondern in Taten.

Soranî · Deutsch
بە کوردی تێ مەگە ھەرکەس لەڕێی ئەم خاکە پیرۆزە
Betrachte niemanden als Kurden, der für diesen heiligen Boden
وەکوو کاوە فیداکاریی نەبێ ھەردەم لە کردارا
nicht wie Kawa (der Schmied) beständige Opferbereitschaft in seinen Taten zeigt.

Einordnung und Zeitgenossen

Zeitlich gehört Şarî (1910 – 1996) in die Zeit der Presse und frühen Moderne (1898–1945), Region Başûr. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: Mela ʿEbdulkerîmê Muderris (Namî), Ibrahîm Ehmed („Blê“), Lutfî (Şêx Letîf), Ewnî (Osman Habîb Ebdulła). Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.