Überblick
Alî Arif Axa, in der Literaturwelt bekannt unter seinem Künstlernamen Şarî, war ein bedeutender kurdischer Dichter aus Slemani. Er ist vor allem für seine Philosophie der „einfachen Poesie“ bekannt, mit der er die Herzen einer breiten Leserschaft erreichte.
Herkunft und Ausbildung
Alî wurde 1910 im Viertel Dergezên in der Stadt Slemani geboren. Er entstammte der angesehenen Familie von Axa Taha (Sohn des Arif Axa, Sohn des Aziz Axa). Seine formale Bildung schloss er mit der mittleren Reife (Nawendî) ab. Schon in jungen Jahren entwickelte er eine tiefe Leidenschaft für die kurdische Literatur und wurde stark von den großen Meistern der klassischen Poesie beeinflusst, darunter Nali, Kurdî, Salim, Şêx Reza Talebanî, Mewlewî, Zîwer und Bêkes.
Literarischer Stil und Philosophie
Obwohl Şarî in der klassischen Form dichtete, wählte er bewusst einen zugänglichen und klaren Sprachstil und lehnte übermäßig komplexe, schwere Metaphern ab. Seine Begründung war charakteristisch: „Ich mag keine komplizierten und schweren Gedichte, da sie das Gefühl und den Verstand ermüden.“ Dieser Ansatz machte seine Werke sehr populär – sie bewahren die tiefe Emotionalität der klassischen Schule und bleiben doch für jedermann verständlich.
Themen seines Werkes
Şarîs Werk hat drei Schwerpunkte: Liebeslyrik (Dildarî) – der größte Teil seiner Gedichte widmet sich der Romantik und persönlichen Emotionen; Patriotismus – eindringliche Gedichte über die Leiden und den Widerstand des kurdischen Volkes; sowie Soziales und Elegien – gesellschaftliche Missstände und Klagelieder (Şînname) auf bedeutende Persönlichkeiten. In einem seiner bekanntesten patriotischen Gedichte mahnt er zur Tatkraft: „Verstehe den nicht als Kurden, der für diesen heiligen Boden nicht wie Kawa [der Schmied] Opferbereitschaft in seinen Taten zeigt.“ Damit kritisierte er jene, die nur in Teehäusern große Reden schwangen, aber im Angesicht der Gefahr nicht handelten.
Tod und Vermächtnis
Şarî verstarb 1996 in seiner Heimatstadt Slemani. Er hinterließ ein reiches literarisches Erbe, das zeigt, dass wahre poetische Tiefe nicht hinter komplizierten Worten verborgen sein muss, sondern in der Aufrichtigkeit und Klarheit der Sprache liegen kann.
Über den kurdischen Widerstand
Der ungebrochene Geist des Volkes trotz jahrhundertelanger Leiden.
Wahre Identität und Opferbereitschaft
„Kurdisch-Sein“ zeigt sich nicht in Worten, sondern in Taten.
Einordnung und Zeitgenossen
Zeitlich gehört Şarî (1910 – 1996) in die Zeit der Presse und frühen Moderne (1898–1945), Region Başûr. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: Mela ʿEbdulkerîmê Muderris (Namî), Ibrahîm Ehmed („Blê“), Lutfî (Şêx Letîf), Ewnî (Osman Habîb Ebdulła). Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.