📜 Dichter · 1917–1984

Shamî Kermashanî (Shahmurad Mushtaq)

شامی کرماشانی

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Überblick

Shamî Kermashanî, mit bürgerlichem Namen Shahmurad Mushtaq, war einer der beliebtesten und einflussreichsten kurdischen Dichter des 20. Jahrhunderts aus Kirmaşan (Kermanshah). Er gilt als die Stimme der einfachen Leute und als Meister des südkurdischen Dialekts (Kermaşanî).

Ein Leben im Schatten des Schicksals

Shamî wurde 1917 in Kirmaşan geboren. Sein Leben war von Anfang an von schweren Prüfungen gezeichnet: Er verlor in früher Kindheit beide Eltern und erblindete im Alter von nur vier Jahren vollständig infolge einer Pockenerkrankung. Über diesen Verlust schrieb er später: „Ich kannte noch nicht einmal den Unterschied zwischen links und rechts, / da verschloss die Hand des Schöpfers meine Augen für die Welt.“

Literarischer Aufstieg

Trotz seiner Erblindung und ohne formale Schulbildung besaß Shamî ein außergewöhnliches Gedächtnis und ein tiefes Gespür für Sprache. Er lernte die Werke der großen persischen Klassiker wie Hafis, Saadi und Khayyam auswendig, was seinen Stil maßgeblich prägte. Seine Einzigartigkeit lag darin, die Sprache der Straße – den Dialekt der einfachen Bürger Kirmaşans – in die Hochliteratur zu überführen. Seine Gedichte verbinden Sozialkritik (Armut, Ungerechtigkeit, das Leid der Unterdrückten), Satire und Humor als Waffe gegen Missstände sowie emotionale Tiefe über Einsamkeit und Vergänglichkeit.

Ein historischer Bucherfolg

Seine Popularität war beispiellos. Der Gelehrte Majid Mardokh Rohani, der seinen Dîwan erstmals zusammenstellte und herausgab, berichtete von einem Rekord der iranischen Buchgeschichte: Die erste Auflage von 3.000 Exemplaren war innerhalb einer Woche allein in Kirmaşan ausverkauft. Insgesamt wurden über 165.000 Exemplare seines Werkes gedruckt – davon 120.000 allein in seiner Heimatstadt verkauft. Das untermauert seinen Status als „Dichter des Volkes“.

Tod und Vermächtnis

Shamî Kermashanî verstarb am Freitag, dem 23. November 1984, in seiner Geburtsstadt. Eines seiner bekannten Abschiedsverse lautet: „Ich fürchte den Tag, an dem der Tod an die Pforte klopft; / mein Leben ist in dieser doppelzüngigen Welt zu Ende gegangen.“ Sein Erbe ist bis heute in der gesamten Region Kirmaşan lebendig.

Einordnung und Zeitgenossen

Zeitlich gehört Shamî Kermashanî (1917 – 1984) in die Zeit der Presse und frühen Moderne (1898–1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: ʿEbas Heqîqî, Awat (Seyid Kamîl Îmamî), Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher), Elaedîn Secadî. Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.