📜 Dichter · 1937–1976

Seware Îlxanîzade (Kak Seware)

سوارە ئیلخانیزادە

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Überblick

Seware Îlxanîzade war einer der einflussreichsten kurdischen Dichter, Schriftsteller und Radiomacher des 20. Jahrhunderts. Er gilt als der bedeutendste Erneuerer der kurdischen Poesie in Ostkurdistan und führte die kurdische Literatur aus den Fesseln der klassischen Formensprache in die Moderne.

Frühes Leben und Schicksalsschläge

Seware wurde am 21. April 1937 im Dorf Turjan nahe Saqqez geboren, aus der angesehenen Familie Îlxanîzade. 1954 erkrankte er schwer und war mehrere Jahre ans Bett gefesselt – eine Zeit, die seine Innerlichkeit und Reflexionsfähigkeit schärfte. Nach der Genesung setzte er seine Schulausbildung in Bokan und Täbris fort, schloss 1962 das Gymnasium ab und wurde an der Universität Teheran für Rechtswissenschaften angenommen. In Teheran heiratete er Ruqiya, eine Aserbaidschanerin, und wurde Teil der intellektuellen kurdischen Elite der Hauptstadt.

Gefangenschaft und Widerstand

1964 gehörte Seware zu einer Gruppe von über 150 kurdischen Intellektuellen, die wegen ihres Einsatzes für die kurdische Identität verhaftet wurden. Er verbrachte sechs Monate im berüchtigten Qezelqelʿe-Gefängnis unter schwerer Folter. Aus dieser Erfahrung entstand sein kraftvolles Gedicht Sûreqeła Daykî Beła (Die rote Festung, Mutter des Unheils).

Literarische Revolution

Seware gilt als „Ritter der modernen kurdischen Poesie“. Anfang der 1960er Jahre veröffentlichte er sein bahnbrechendes Shar (Die Stadt), in dem er mit der traditionellen Metrik brach und soziale Themen wie den Kontrast zwischen dem ländlichen Kurdistan und der anonymen Großstadt Teheran verarbeitete; es folgten Meisterwerke wie Xeweberdîne und Kiçî Beyan. Ab 1967 arbeitete er für die kurdische Sektion von Radio Teheran: Seine Sendung Tapô û Bûmelêł (Schatten und Dämmerung) wurde legendär – kurdische Literatur und Folklore auf einem damals unerreichten intellektuellen Niveau; die Texte wurden später als Buch veröffentlicht.

Tod und Vermächtnis

Im Winter 1976 wurde er vor seinem Haus von einem Auto angefahren; die Unfallfolgen verschlimmerten eine bestehende Krebserkrankung. Am 14. Januar 1976 verstarb er im Alter von nur 38 Jahren und wurde im Familiengrab in Hemamiyan beigesetzt; sein Sohn Babek verstarb ebenfalls jung. Werke: Xeweberdîne (25 kurdische und 20 persische Gedichte), Tapô û Bûmelêł (gesammelte Radioskripte), Şengeswar (Gesamtwerk). Seware war mehr als ein Dichter – ein kultureller Reformator, der bewies, dass die kurdische Sprache moderne philosophische und soziale Diskurse führen kann, ohne ihre Wurzeln in der Volkspoesie zu verlieren.

Duyî Rêbendan (Zum 2. Rêbendan)

Zum Jahrestag der Gründung der Republik Kurdistan (Auszug, deutsche Wiedergabe).

Deutsch
Erinnerung an den zweiten Rêbendan, sie treibt mich zu Liedern und Versen.
Rêbendan, du Wegweiser, der den Besatzer in Verwirrung stürzt.
Oh Bauer, oh Werktätiger, pflanze die Saat des Widerstands:
Es lebe der Arbeiter, lebe, lebe, lebe!

Einordnung und Zeitgenossen

Zeitlich gehört Seware Îlxanîzade (1937 – 1976) in die Nachkriegszeit und Gegenwart (ab 1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: ʿEbas Heqîqî, Awat (Seyid Kamîl Îmamî), Zarî (Mela ʿEbdulkerîm Saʿîb), Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher). Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.