Überblick
Kameran Mukrî, mit bürgerlichem Namen Mihemmed Ehmed Teha, war ein herausragender kurdischer Dichter, Journalist und Akademiker. Er gilt als eine der mutigsten Stimmen der kurdischen Literatur des 20. Jahrhunderts; sein Werk ist eng mit dem politischen Widerstand und dem sozialen Leid seines Volkes verknüpft.
Herkunft und Jugend
Kameran Mukrî wurde 1929 im Viertel Dergezên der Stadt Slemani geboren. Seine Familie stammte ursprünglich aus der Region Mukriyan, worauf sein Künstlername Bezug nimmt; mütterlicherseits war er der Bruder des Dichters Ekhôl. Seine Schullaufbahn konnte er wegen politischer Verfolgung nicht formell abschließen: Schon früh schloss er sich dem nationalen Widerstand an und verbrachte zwischen 1949 und 1963 insgesamt sechs Jahre in verschiedenen Gefängnissen des Irak.
Der Weg zum Dichter und Aktivisten
1954 begann er ernsthaft mit dem Schreiben; 1957 wählte er „Kameran“ als Pseudonym und fügte später „Mukrî“ hinzu. Er wurde eine feste Größe der kurdischen Presselandschaft und war 1960–1961 Chefredakteur der Zeitschrift Rojî Nwê in Slemani. Mukrî war ein Dichter der Tat und führende Figur bei fast allen Demonstrationen in Slemani – historisch bekannt dafür, der Stadt bei einer flammenden Rede gegen den Portsmouth-Vertrag den Beinamen „Şary Hełmet û Qurbany“ (Stadt der Sturmangriffe und der Opfer) gegeben zu haben.
Akademische Laufbahn
Obwohl er keinen offiziellen Universitätsabschluss besaß, war sein Wissen über kurdische Literatur so fundiert, dass er als Dozent an die Universität Slemani berufen wurde. Als die Universität 1982 nach Erbil verlegt und in Salahaddin-Universität umbenannt wurde, zog Mukrî mit und lehrte bis zu seinem Lebensende kurdische Literatur.
Tod und Werk
Kameran Mukrî verstarb am 7. Dezember 1986 in Erbil; er wurde nach Slemani zurückgebracht und auf dem Friedhof Girdî Seywan beigesetzt. Seine Poesie wird dem revolutionären Realismus zugeordnet – von nationalem Stolz und politischem Kampf bis zu zarter Liebeslyrik. Veröffentlichte Diwane: Aştî (Frieden), Diyarî (1957), Agir û Jîle (1958), Gułałe Sûre (1959), Guł Estêre (1959), Awat û Renj (1968), Zebrî Honrawe (1971) und das postume Gesamtwerk Diwanî Kameran Mukrî (1987).
Die Karawane
Der unaufhaltsame Weg des kurdischen Volkes zur Freiheit.
Über die Unbeugsamkeit des Volkes
Die historische Beständigkeit der kurdischen Identität.
Das brennende Herz (Liebeslyrik)
Die Qualen und die Schönheit der Liebe.
Firishte (Engel)
Die überirdische Schönheit einer Frau.
Einordnung und Zeitgenossen
Zeitlich gehört Kameran Mukrî (1929 – 1986) in die Nachkriegszeit und Gegenwart (ab 1945), Region Başûr. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: Lutfî (Şêx Letîf), Şarî (Alî Arif Axa), Ekhôl (Ehmed Derwêş Ebdulła), Ewnî (Osman Habîb Ebdulła). Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.