📜 Dichter · 1927–2016

Hêdî (Xalîd Hisamî)

هێدی

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Überblick

Xalîd Hisamî, in literarischen Kreisen bekannt als Hêdî (der Ruhige) oder früher Şêwaw (der Aufgewühlte), war ein bedeutender kurdischer Dichter, Übersetzer und Peshmerga. Er gehörte zur Generation der „Dichter der Republik“ und war ein enger Weggefährte der Nationaldichter Hejar und Hêmin Mukriyanî.

Herkunft und frühes Engagement

Xalîd Hisamî wurde 1927 im Dorf Şêxałî bei Bokan geboren, aus der angesehenen Familie Hisamî vom Stamm der Dêbukrî. Seine Ausbildung erhielt er zunächst bei Privatlehrern auf dem Landgut seines Vaters. 1945 schloss er sich der Komeley Jiyanewey Kurdistan (Z.K.) an. Während der Republik Kurdistan (Mahabad, 1946) war er als Peshmerga und Dichter aktiv und veröffentlichte unter dem Pseudonym Şêwaw erste patriotische Werke in den Medien der Republik.

Das Leben als Revolutionär und Peshmerga

Nach dem Sturz der Republik Mahabad floh Hisamî nach Südkurdistan und baute eine lebenslange Verbindung zur Barzan-Familie auf, nachdem er Mela Mustafa Barzanî bereits 1945 in Mahabad kennengelernt hatte. Mit Beginn der September-Revolution 1961 schloss er sich erneut dem bewaffneten Kampf an. Während der Verhandlungen der 1960er Jahre diente er als Gouverneur (Qaymeqam) von Qeladizê und später von Ranya. Er war eine tragende Säule des Rundfunks „Voice of Kurdistan“ und in der Druckerei der Revolution maßgeblich an der Herausgabe der Zeitung Xebat beteiligt.

Jahre des Exils

Nach dem Scheitern der September-Revolution 1975 lebte er zeitweise im Iran und arbeitete kurz für den kurdischen Rundfunk in Teheran. Später zog er zu seinem Bruder, Dr. Hassan Hisami, nach Deutschland, danach lebte er einige Zeit in Schweden. Nach dem kurdischen Aufstand (Raperîn) von 1991 kehrte er nach Südkurdistan zurück und ließ sich in Erbil nieder.

Literarischer Stil und Bedeutung

Hêdî gilt als Meister des kurdischen Ghasels. Seine Poesie zeichnet sich durch klare, einfache Sprache aus, die tiefe Emotionen mit nationalem Bewusstsein verbindet; ein Großteil seines Werkes zählt zur kurdischen Widerstandsliteratur (Edebiyatî Bergirî). Obwohl er oft im Schatten von Hejar und Hêmin stand, wird sein Werk für seine ästhetische Reinheit und positive Grundstimmung hochgeschätzt – 2008 ehrte ihn das Kulturministerium der Region Kurdistan mit einer großen Konferenz in Erbil.

Tod und Vermächtnis

Xalîd Hisamî verstarb am 27. Oktober 2016 im Alter von 89 Jahren in Erbil. Sein letzter Wunsch, in Mukriyan (Mahabad) neben Hejar und Hêmin beigesetzt zu werden, ließ sich aus politisch-logistischen Gründen nicht erfüllen; er wurde auf dem Friedhof von Pirmam beigesetzt. Wichtige Werke: Karwanî Xeyał (Karawane der Fantasie) und die Autobiografie Awêne Şkaw (Der zerbrochene Spiegel).

Einordnung und Zeitgenossen

Zeitlich gehört Hêdî (1927 – 2016) in die Nachkriegszeit und Gegenwart (ab 1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: Mihemmed Mukrî (Mohammad Mokri), Mela Kerîm Sardekosanî, Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher), Mela Ebdulrehman Fatihî. Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.