✒️ Schriftsteller · 1921–2007

Mihemmed Mukrî (Mohammad Mokri)

محەممەد موکری

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Überblick

Mihemmed Mukrî war ein herausragender kurdischer Wissenschaftler, Kurdologe, Diplomat und Autor aus Ostkurdistan. Er gilt als einer der bedeutendsten Erforscher der kurdischen Dialekte, der Folklore und der religiösen Traditionen der Yarsan (Ahl-e Haqq). Sein Werk verbindet akademische Akribie mit tiefer Verbundenheit zu seinem kulturellen Erbe.

Herkunft und Ausbildung

Mihemmed Mukrî wurde 1921 in Kirmaşan geboren und entstammte der angesehenen Familie von Emîr Seyfeddîn Mukrî, der im 17. Jahrhundert Herrscher der Region war. Mit 13 Jahren zog er nach Teheran. Er studierte an der Universität Teheran und promovierte 1949 im Fach Sprache und Literatur; seine von Ibrahim Pourdavoud betreute Dissertation „Untersuchung der Dialekte West-Irans“ legte den Grundstein für seine lebenslange Forschung.

Politische Karriere und Exil

Mukrî war politisch hochaktiv und enger Vertrauter des iranischen Premierministers Mohammad Mossadegh; in den frühen 1950er Jahren diente er als Generaldirektor im Bildungsministerium. Nach dem CIA-unterstützten Putsch gegen Mossadegh im August 1953 wurde er inhaftiert. Nach einem Jahr Gefängnis verließ er den Iran und ließ sich in Paris nieder, wo er seine wissenschaftliche Arbeit fortsetzte.

Diplomatische Tätigkeit

Nach der Revolution von 1979 kehrte er kurzzeitig in den Staatsdienst zurück: 1979–1983 als erster Botschafter der Islamischen Republik Iran in der Sowjetunion und der Mongolei, 1984–1987 als Berater für internationale Angelegenheiten im Ölministerium. Enttäuscht von der politischen Entwicklung zog er sich 1989 endgültig aus der Politik zurück und kehrte nach Frankreich zurück.

Wissenschaftliches Vermächtnis

In Paris arbeitete Mukrî am renommierten CNRS. Er veröffentlichte über 100 Artikel und zahlreiche Bücher auf Kurdisch, Persisch und Französisch. Schwerpunkte: Religionswissenschaft – Pionier der Erforschung der Ahl-e Haqq (Yarsan) und Herausgeber ihrer heiligen Texte; Linguistik und Lexikografie – Wörterbücher über Vogelnamen in kurdischen Dialekten, Studien zur Gorani-Literatur; Ethnografie – Geschichte und Geografie kurdischer Stämme, insbesondere des Sincabî-Stammes. Wichtige Werke: Goranî ya Tranehay Kurdî (1950), Eshayerî Kurd: Îlî Sincabî (1951), Dastanî Bîjen û Menîje bi zimanî Goranî (Paris 1966), Behlûlî Dana û Yaranî Heqîqet (Paris 1974), Ferhengî Namhayî Perendegan (1979).

Tod

Mihemmed Mukrî verstarb am 12. Juli 2007 in Évry bei Paris im Alter von 86 Jahren. Er hinterließ ein monumentales wissenschaftliches Werk – bis heute eine unverzichtbare Quelle für die Kurdologie und die Erforschung der iranischen Sprachen.

Einordnung und Zeitgenossen

Zeitlich gehört Mihemmed Mukrî (1921 – 2007) in die Nachkriegszeit und Gegenwart (ab 1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: Hêdî (Xalîd Hisamî), Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher), ʿEbas Heqîqî, Mela Kerîm Sardekosanî. Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.