Gutäer, Lullubäer, Hurriter, Mitanni, Karduchen und Kyrtier — die Gruppen, die Subartu und die kurdische Kultur prägten.
Subartu war kein einzelnes Volk, sondern eine Region vieler Gruppen. Mehrere von ihnen gelten als Mitgestalter der späteren kurdischen Kultur und Sprache. Wichtig dabei: Direkte Abstammungslinien lassen sich wissenschaftlich nicht sichern — gesichert ist vor allem die Kontinuität des Siedlungsraums im Zagros und in Nordmesopotamien (siehe „Forschung & Kontroverse“).
Die Gutium (sumerisch Gu-ti) waren ein Bergvolk des Zagros, das zeitweise sogar über Mesopotamien herrschte. Nach dem Zusammenbruch des Reichs von Akkad (um 2150 v. Chr.) übernahm eine gutäische Dynastie für rund ein Jahrhundert die Macht in Sumer — die sumerische Königsliste führt ihre Herrscher eigens auf, bis Utu-ḫengal von Uruk ihre Herrschaft beendete. Von ihrer Sprache sind fast nur Herrschernamen überliefert; sie lässt sich bislang keiner bekannten Sprachfamilie sicher zuordnen.
Die Lullubi (sumerisch Lu-lu-bu-um) lebten im westlichen Zagros, etwa im Raum des heutigen Silêmanî und Kirmaşan. Berühmt ist ihr König Anubanini, dessen Felsrelief bei Sar-e Pol-e Zahab (Rojhelat) bis heute erhalten ist. Auch die berühmte Siegesstele des Naram-Sin von Akkad (heute im Louvre) zeigt einen Feldzug gegen die Lullubi — eines der ältesten „Porträts“ der Zagros-Bergvölker. Noch in assyrischen Quellen des 1. Jahrtausends taucht ihr Name als Landschaftsbezeichnung auf.
Die Hurriter (in den Quellen „Huri/Khuri") prägten Subartu sprachlich und kulturell am stärksten. Sie sind ab dem späten 3. Jahrtausend greifbar; der älteste bekannte hurritische Text ist die Tempelinschrift des Königs Tiš-atal von Urkeš (Tell Mozan im heutigen Nordsyrien). Ihre Sprache war agglutinierend und ergativisch — weder semitisch noch indogermanisch, verwandt nur mit dem späteren Urartäischen. Zentren waren Urkeš, Nuzi und Alalaḫ; ihr Wettergott Teššub und die Mythen um Kumarbi beeinflussten sogar die Hethiter. Die verbreitete Verbindung zur Sonnenverehrung und zum kurdischen Wort خۆر (Xor, „Sonne") ist dagegen eine volkstümliche Deutung, keine gesicherte Etymologie.
Das Mitanni-Reich (ca. 15.–14. Jh. v. Chr., Hauptstadt Waššukanni, deren Lage bis heute nicht gesichert ist) war ein hurritisch geprägter Großstaat mit einer indoarischen Oberschicht. König Tušratta korrespondierte in den Amarna-Briefen mit Ägypten — einer seiner Briefe ist ganz auf Hurritisch verfasst. Im Vertrag mit den Hethitern werden die Götter Mitra, Varuna, Indra und die Nasatyas angerufen, und das Pferdetraining des Kikkuli verwendet indoarische Zahlwörter (aika-, tera-, panza-, satta-wartanna = 1, 3, 5, 7 Runden). Solche Wörter zeigen die indoiranische Sprachschicht der Region — Ähnlichkeiten mit kurdisch یەک (yek, „eins") oder ھەسپ (hesp, „Pferd") beruhen auf dieser gemeinsamen indoiranischen Verwandtschaft, nicht auf direkter Abstammung vom Mitanni-Reich. Zerstört wurde Mitanni von den Hethitern unter Šuppiluliuma I.; der Rest wurde als Hanigalbat assyrisch.
Die Karduchoi begegneten 401 v. Chr. dem Griechen Xenophon: In der „Anabasis" schildert er, wie sich die griechischen Söldner sieben Tage lang durch ihr Bergland östlich des Tigris kämpfen mussten — härter als gegen den persischen Großkönig. Ihr Gebiet erscheint später als Landschaft Gordyene (Corduene) zwischen Rom und Parthien. Lange galten sie als direkte Vorfahren der Kurden — diese lautliche Gleichsetzung gilt heute als nicht haltbar, auch wenn der Siedlungsraum sich deckt (siehe „Bedeutung & Einordnung").
Die Kyrtioi waren nomadische Stämme, die in seleukidisch-parthischer Zeit auftraten — Polybios und Strabon erwähnen sie als Bergbewohner und Söldner im Zagros zwischen Medien und Persis. Sprachlich werden sie der iranischen Welt zugerechnet, und viele Forscher sehen in ihrem Namen die wahrscheinlichste Vorform des Wortes „Kurde“ — als Sammelbezeichnung für iranischsprachige Bergnomaden, die sich über Jahrhunderte zu einem Ethnonym verfestigte. Auch das bleibt eine begründete Hypothese, keine bewiesene Gleichung.