Quellen & Belege سەرچاوەکان

Woher wissen wir überhaupt etwas über Subartu? Auf dieser Seite stehen die antiken Keilschrift-Quellen, in denen der Name auftaucht — und die moderne Forschung, die sie ausgewertet hat. Mit Datierung und Literaturangaben zum Nachlesen.

1. Antike Primärquellen سەرچاوە کۆنەکان

Der Name erscheint über rund 1700 Jahre hinweg in sumerischen, akkadischen, babylonischen und ägyptischen Texten — meist als Su-bir₄ / Šubartu / Subari. Aus Sicht des Reichs von Akkad bezeichnete „Subartu" zugleich die Himmelsrichtung Norden (neben Amurru = Westen, Elam = Osten, Sumer = Süden).

QuelleDatierung (ca.)Was dort über Subartu steht
Eannatum von Lagaš2450 v. Chr.Königsinschrift: Eannatum „schlug" Šubur/Subartu — die früheste konkrete Erwähnung als Land.
Lugal-anne-mundu von Adab2400 v. Chr.Subartu wird als Provinz seines Reichs aufgeführt.
Epos „Enmerkar und der Herr von Aratta"sumerisch, später verschriftlichtNennt Subartu unter den Ländern, deren „Sprachen verwirrt" sind — neben Sumer, Akkad, Hamazi und dem Martu-Land.
Sargon von Akkad2300 v. Chr.Feldzug gegen Subar.
Naram-Sin von Akkad2250 v. Chr.Listet Subar unter den von ihm beherrschten Ländern (zusammen mit Armani / Aleppo).
Išbi-Erra von Isin · Hammurabi von Babylon2000–1750 v. Chr.Beide beanspruchen Siege über Subar.
Amarna-Briefe EA 100, 108, 10914. Jh. v. Chr.Akkadische Briefe aus Ägypten: Gefangene/Beute werden „in das Land Subari" verkauft.
Erra-Epos (IV, 132)8. Jh. v. Chr.Nennt Subartu unter den Ländern, die Babylonien bedrängt haben.

Was die Quellen nicht sagen: Keine dieser Inschriften beschreibt Subartu als ein einheitliches Volk mit einer bestimmten Sprache. „Subartu" ist in erster Linie ein geografischer Sammelbegriff für das Bergland im Norden — seine genaue Ausdehnung ist bis heute nicht sicher bestimmt.

2. Moderne Forschung لێکۆڵینەوەی نوێ

Seit dem frühen 20. Jahrhundert haben Assyriologen die Subartu-Quellen ausgewertet — mit teils gegensätzlichen Schlüssen.

ForscherWerkBeitrag / Position
Arthur Ungnad„Subartu" (Berlin/Leipzig 1936); „Die ältesten Völkerwanderungen Vorderasiens" (1923)Prägte den Begriff „Subaräer" und sah sie als Urbevölkerung Mesopotamiens.
E. A. Speiser„Mesopotamian Origins" (1930); „Introduction to Hurrian" (1941)Hielt „Subartu" für einen geografischen Nordbegriff; setzte Subaräer praktisch mit den Hurritern gleich.
Ignace J. Gelb„Hurrians and Subarians" (1944)Widersprach: Die Subaräer seien eine ältere Urbevölkerung — zu trennen von den erst später (Mitte 2. Jt. v. Chr.) zugewanderten Hurritern.
J. J. Finkelstein„Subartu and Subarians in Old Babylonian Sources" (JCS 9, 1955)Untersuchte die altbabylonische Verwendung des Begriffs im Detail.
Ernst HerzfeldOrtsnamen-StudienVerfolgte Ortsnamen-Suffixe (z. B. Karḫi „Festung" → Kirkuk) bis in die altorientalische Zeit.

Der Streitpunkt blieb: Speiser betonte, „Subartu" sei zunächst rein geografisch gemeint und sage nichts über Volk oder Sprache aus; Gelb unterschied Subaräer und Hurriter als zwei verschiedene Gruppen. Bis heute ist unklar, worauf sich der Begriff genau bezieht — vieles spricht für einen Bezug zum Umfeld der Hurriter. In der heutigen Fachwelt gilt die ethnische Bezeichnung „Subarier" weitgehend als überholt.

Literatur سەرچاوەی نووسراو

  1. A. Ungnad: Subartu. Beiträge zur Kulturgeschichte und Völkerkunde Vorderasiens. Berlin/Leipzig 1936.
  2. E. A. Speiser: Mesopotamian Origins. Philadelphia 1930.
  3. I. J. Gelb: Hurrians and Subarians (Studies in Ancient Oriental Civilization 22). University of Chicago Press, 1944.
  4. J. J. Finkelstein: „Subartu and Subarians in Old Babylonian Sources." Journal of Cuneiform Studies 9/1 (1955).
  5. W. L. Moran: The Amarna Letters. Johns Hopkins University Press, 1992 (EA 100, 108, 109).
  6. A. McMahon: „North Mesopotamia in the Third Millennium BC", in The Sumerian World, Routledge 2013.
  7. Artikel „Subartu" / „Subarians", Wikipedia (Übersichts­darstellung mit Quellen).
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