Bew Bew Bew Bawanim (Die Schöne aus allen Städten) – Zekeriya Ebdulla
Aus dem Album «Daye» (2001; Musik: Zekeriya, Text: Serkewt Resul): eine der dynamischsten und populärsten Nummern von Zekeriya Ebdulla – ein klassisches Loblied auf die kurdische Frau, das regionale Identitäten mit tanzbarer Ästhetik verwebt: die Geografie Kurdistans als Bühne einer spielerischen Liebeserklärung. Kleingedruckt: Hawar-Umschrift.
Kurzes Vokabular
| Kurdisch | Umschrift | Bedeutung |
|---|---|---|
| چۆپی | çopî | der Vortänzer des Reigens, der das Tuch schwenkt |
| باوان | bawan | Elternhaus, Heimat der Familie |
| بیبیلە | bîbîle | Pupille (des Auges) |
| شیلە | şîle | süßer Fruchtsaft, Sirup |
| چەمیلە | çemîle | junge Knospe, frischer Trieb |
| هەڵترووکان | heldetrûkan | aufblühen, erstrahlen |
| دەڤەر | dever | Gegend, Region (Kurmancî) |
Literarische Analyse
Der çopî ist der Anführer des kurdischen Reigentanzes, der das Tuch schwenkt. Die Geliebte als „Çopî der Seele“ ist die Taktgeberin des ganzen Lebens: Der Tanz als Metapher für die lebendige, dynamische Liebe, die nicht stillstehen kann.
Eine klassische rhetorische Figur: Silêmanî steht für die „süße Sprache“, Koye – die Stadt der Dichter – besitzt sein Herz, Kerkûk für Stolz und graziösen Gang, Zaxo und Dihok für die Schönheit Bahdinans. Jede Stadt steuert ein Attribut zur Vollkommenheit der Geliebten bei – Kurdistan als kulturelle Einheit.
Sehr körperlich und sinnlich: Der Schweiß der Tanzenden wie süßer Saft (şîle) – höchste Bewunderung ihrer Vitalität; die Knospe (çemîle) für Frische; das Sinken auf die Knie (ser çokê) als rituelle Demut vor der Schönheit.
Wie in vielen kurdischen Klassikern ist die Geliebte nicht nur Person, sondern bawan – Heimat und Wurzel, der Ort von Identität und Frieden; die „Pupille“ (bîbîle), durch die der Dichter die Welt sieht.
Zekeriya überführt das Volkslied-Thema in modernen Pop – und schlägt in der letzten Zeile die Brücke vom Soranî ins Kurmancî („li Zaxo ya Dihokê“): der Anspruch des nationalen Künstlers, der alle Regionen musikalisch vereint.
Eine lebensbejahende Hymne auf die kurdische Frau und Geografie: Schönheit als Kraft, die ein ganzes Land eint – ein Plädoyer für Lebensfreude (kêfxweşî) und kulturelle Vielfalt, die in der Geliebten zur Einheit verschmilzt.
