Überblick
Mihemmed Sediq Mehmûdî war ein kurdischer Dichter und Jurist aus Ostkurdistan. Er gehörte zu jener Schicht von Intellektuellen, die sowohl in der traditionellen religiösen Gelehrsamkeit verwurzelt waren als auch eine moderne akademische Ausbildung genossen.
Herkunft und Ausbildung
Mehmûdî wurde 1937 im Dorf Paşbullax (zwischen Bokan und Mahabad) in eine angesehene religiöse Familie geboren; sein Vater war Mela Ibrahîm, sein Großvater Mela Salihê Sera. Die Familie entstammt der Traditionslinie der Gelehrten (Mela) von Şemole aus der Region Serdeşt. Sein akademischer Weg führte ihn nach Teheran, wo er an der Juristischen Fakultät der Universität Teheran studierte und mit einem Bachelor in Rechtswissenschaften abschloss.
Berufliches und literarisches Wirken
Trotz seines juristischen Hintergrunds widmete sich Mehmûdî vor allem der Bildung und der Literatur. Viele Jahre war er als Lehrer in Mahabad tätig, dem kulturellen Herzen der Mukriyan-Region. In seinen Versen verband er klassische Formen mit den sozialen und kulturellen Realitäten seiner Zeit. Sein bedeutendstes literarisches Erbe ist die Gedichtsammlung Weneşe (Das Veilchen), 1988 (1367 SH) vom Salahaddin-Ayubî-Verlag in Urmia veröffentlicht – ein Zeugnis seiner feinsinnigen Lyrik und Sprachbeherrschung.
Einordnung und Zeitgenossen
Zeitlich gehört Mihemmed Sediq Mehmûdî (1937 – 1990) in die Nachkriegszeit und Gegenwart (ab 1945), Region Rojhelat. Zeitgenossen im Datensatz der Akademie: ʿEbas Heqîqî, Şpirze (Şêx Nafîʿ Mezher), Hejar Mukriyanî (Ebdulrehman Şerefkendî), Mela Kerîm Sardekosanî. Einen Überblick über die Strömungen gibt die Seite Epochen & Schulen.