Hewlêr ھەولێر
✓ belegtamtlich: Erbil · Irak
Name: Akkadisch Urbilum/Arba-ilū; die akkadische Volksetymologie verstand den Namen als „Vier-Götter(-Stadt)“.
Entstehung: Erster Beleg um 2300 v. Chr. – eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Welt.
Silêmanî سلێمانی
✓ belegtamtlich: as-Sulaimaniyya · Irak
Name: Benannt nach Silêman Pascha Baban, dem Vater des Stadtgründers.
Entstehung: 1784 von Ibrahîm Pascha Baban als neue Baban-Hauptstadt gegründet.
Kerkûk کەرکووک
✓ belegtamtlich: Kirkuk · Irak
Name: Aramäisch Karkhā d-Bēth Slōkh „Festung des Hauses Seleukos“.
Entstehung: Siedlungskontinuität seit dem alten Arrapḫa (2. Jahrtausend v. Chr.).
Duhok دهۆک
≈ Deutungamtlich: Dohuk · Irak
Name: Herkunft ungeklärt; verbreitete Deutung „zwei Hügel“ (du + hok).
Entstehung: Alter Siedlungsplatz am Treffpunkt zweier Täler; als Stadt v. a. seit dem 19./20. Jh. gewachsen.
Zaxo زاخۆ
≈ Deutungamtlich: Zakho · Irak
Name: Herkunft ungeklärt; eine aramäische Wurzel wird vermutet.
Entstehung: Alte Brücken- und Handelsstadt am Xabûr (bekannt durch die Delal-Brücke).
Amêdî ئامێدی
✓ belegtamtlich: Amadiya · Irak
Name: Vom Namen ʿImād ad-Dīn Zengîs: Festung ʿImādiyya.
Entstehung: Als Festungsstadt 1142 ausgebaut; der Felsplateau-Siedlungsplatz ist weit älter.
Akrê ئاکرێ
≈ Deutungamtlich: Aqrah · Irak
Name: Gedeutet aus aramäisch ʿaqrā („Festung/Berg“).
Entstehung: Alte Bergstadt; genaues Gründungsdatum unbekannt.
Koye کۆیە
≈ Deutungamtlich: Koysinjaq · Irak
Name: Doppelname aus Koy (Herkunft ungeklärt) und osmanisch sancak („Bezirk“).
Entstehung: Blüte als Handels- und Gelehrtenstadt im 18./19. Jh. – Heimat von Hajî Qadirî Koyî.
Rewandiz ڕەواندز
≈ Deutungamtlich: Rawanduz · Irak
Name: Mit dem Namen des iranischen Stammes der Rawand in Verbindung gebracht.
Entstehung: Festungsstadt des Soran-Emirats; Blüte um 1800 unter Mîrê Kor.
Helebce هەڵەبجە
≈ Deutungamtlich: Halabja · Irak
Name: Herkunft ungeklärt; mehrere aramäische und kurdische Deutungen kursieren.
Entstehung: Als Stadt im 19. Jh. unter der Jaf-Konföderation gewachsen.
Amed ئامەد
✓ belegtamtlich: Diyarbakır · Türkei
Name: Als Amidu/Amida seit assyrischer Zeit belegt; arabisch Diyār Bakr „Gebiet der Bakr-Stämme“; „Diyarbakır“ amtlich seit 1937.
Entstehung: Stadtgeschichte mindestens seit dem 2. Jahrtausend v. Chr.; berühmte römische Stadtmauer.
Wan وان
✓ belegtamtlich: Van · Türkei
Name: „Van“ wird auf urartäisch Biainili zurückgeführt.
Entstehung: Beim urartäischen Tušpa, Hauptstadt Urartus ab dem 9. Jh. v. Chr.
Mêrdîn مێردین
✓ belegtamtlich: Mardin · Türkei
Name: Aramäisch Merdīn „Festungen“.
Entstehung: Seit der Spätantike als Festungsstadt belegt.
Riha ڕوحا
✓ belegtamtlich: Şanlıurfa · Türkei
Name: Aramäisch Urhāy, griechisch Edessa; „Şanlıurfa“ („ruhmreiches Urfa“) seit 1984.
Entstehung: Uralter Siedlungsplatz; als Edessa 303 v. Chr. seleukidisch neu gegründet.
Meletî مەلەتی
✓ belegtamtlich: Malatya · Türkei
Name: Hethitisch Melid, assyrisch Meliddu – einer der ältesten kontinuierlich überlieferten Ortsnamen der Region.
Entstehung: Königsstadt schon in der Bronze- und Eisenzeit (Arslantepe).
Cizîr جزیر
✓ belegtamtlich: Cizre · Türkei
Name: Arabisch ǧazīra „Insel“ – nach der Tigrisschleife um die Altstadt.
Entstehung: Mittelalterlich Ǧazīrat Ibn ʿUmar; später Zentrum des Botan-Emirats.
Bedlîs بەدلیس
🗣 Volksetymologieamtlich: Bitlis · Türkei
Name: Volksetymologie: nach „Badlis“, einem Feldherrn Alexanders; tatsächliche Herkunft ungeklärt.
Entstehung: Alte Passstadt; Sitz des Emirats von Bitlis (Şeref Xan, Verfasser des Şerefname).
Şirnex شرنەخ
🗣 Volksetymologieamtlich: Şırnak · Türkei
Name: Volksetymologie „Stadt Noahs“ (şehrê Nûh) wegen des nahen Cudi-Bergs; Herkunft ungeklärt.
Entstehung: Altes Siedlungsgebiet; als Provinzstadt 1990 aufgewertet.
Colemêrg جۆلەمێرگ
≈ Deutungamtlich: Hakkari · Türkei
Name: „Hakkari“ überliefern arabische Geographen als Namen der Bergstämme der Region; Herkunft umstritten.
Entstehung: Bergland mit sehr alter Siedlungsgeschichte; Zentrum der Hakkari-Stämme und (bis 1915) der assyrischen Kirche.
Dêrsim دێرسم
≈ Deutungamtlich: Tunceli · Türkei
Name: Gedeutet als „Silbertor“ (dêr + sîm).
Entstehung: 1935 amtlich in „Tunceli“ umbenannt.
Xarpêt خارپێت
✓ belegtamtlich: Elazığ (Harput) · Türkei
Name: Armenisch Kharberd „Steinfestung“.
Entstehung: Alte Festungsstadt; die Neustadt Elazığ wurde 1862 als Mamuretülaziz gegründet.
Semsûr سەمسوور
✓ belegtamtlich: Adıyaman · Türkei
Name: Arabische Gründung Ḥiṣn Manṣūr („Festung des Manṣūr“, 8. Jh.); „Adıyaman“ amtlich seit 1926.
Entstehung: Frühislamische Grenzfestung; Region seit der Jungsteinzeit besiedelt.
Sine سنە
✓ belegtamtlich: Sanandaj · Iran
Name: Persisch Sena-dež „Festung von Sena“.
Entstehung: Um 1636 als Residenz des Fürstentums Ardalan gegründet.
Kirmaşan کرماشان
✓ belegtamtlich: Kermanschah · Iran
Name: Vom sasanidischen Königstitel Kirmānšāh („König von Kirmān“, Beiname Bahrāms IV.).
Entstehung: Sasanidische Gründung des 4. Jh. n. Chr.; berühmt durch die Reliefs von Taq-e Bostan und Bisotun in der Nähe.
Mehabad مەهاباد
✓ belegtamtlich: Mahabad · Iran
Name: Alter Name Sawcbulax (türkisch soğuk bulak „kalte Quelle“); 1936 persisch in „Mahābād“ umbenannt.
Entstehung: Als Stadt im 17. Jh. unter den Mukri-Fürsten ausgebaut; 1946 Hauptstadt der Republik Mahabad.
Urmiye ورمێ
🗣 Volksetymologieamtlich: Urmia · Iran
Name: Sehr alter Name; die beliebte aramäische Deutung „Wasserstadt“ (ur + mia) ist Volksetymologie.
Entstehung: Siedlungsraum seit der Bronzezeit; wichtige Handelsstadt am gleichnamigen See.
Seqiz سەقز
≈ Deutungamtlich: Saqqez · Iran
Name: Oft mit den Saka (Skythen) in Verbindung gebracht; Herkunft ungeklärt.
Entstehung: Region seit der Eisenzeit besiedelt – der Schatzfund von Ziwiye stammt aus der Nähe.
Îlam ئیلام
✓ belegtamtlich: Ilam · Iran
Name: 1935 nach dem altorientalischen Reich Elam benannt (vorher Ḥusaynābād).
Entstehung: Als moderne Provinzstadt im 20. Jh. ausgebaut; Region mit elamischer Vorgeschichte.
Qesrî Şîrîn قەسری شیرین
✓ belegtamtlich: Qasr-e Schirin · Iran
Name: „Palast der Şîrîn“ – nach der sasanidischen Palastanlage Chosraus II. für Schirin.
Entstehung: Sasanidische Gründung um 600 n. Chr.; die Ruinen sind erhalten.
Şino شنۆ
✓ belegtamtlich: Oshnaviyeh · Iran
Name: Seit dem Mittelalter als Ušnūh belegt; ältere Herkunft ungeklärt.
Entstehung: Alte Kleinstadt an der Route Urmia–Rewandiz.
Qamişlo قامیشلۆ
✓ belegtamtlich: al-Qamischli · Syrien
Name: Von qamîş „Schilf“ – nach den Schilfflächen am Fluss Cexcex.
Entstehung: 1926 an der Bagdadbahn gegründet.
Kobanê کۆبانێ
≈ Deutungamtlich: Ain al-Arab · Syrien
Name: Wahrscheinlich von „Kompanie“ (der deutschen Bahngesellschaft); arabisch ʿAyn al-ʿArab „Quelle der Araber“.
Entstehung: Beim Bau der Bagdadbahn ab 1912 entstanden.
Efrîn ئەفرین
✓ belegtamtlich: Afrin · Syrien
Name: Nach dem gleichnamigen Fluss benannt.
Entstehung: Als Stadt im frühen 20. Jh. gewachsen; Region (Kurd-Dagh) weit älter besiedelt.
Hesekê حەسەکە
≈ Deutungamtlich: al-Hasaka · Syrien
Name: Arabisch, gedeutet als „Dickicht/Dornengestrüpp“ am Xabûr.
Entstehung: Moderne Stadt des 19./20. Jh. auf altem Siedlungsgrund.
Dêrik دێریک
✓ belegtamtlich: al-Malikiya · Syrien
Name: Kurdisch-aramäisch dêr „Kloster“ mit Verkleinerung: „Klösterchen“.
Entstehung: Junge Stadt des 20. Jh.; 1957 arabisch in „al-Malikiya“ umbenannt.
Quellen-Hinweis: Zusammenstellung nach gängiger orts- und altorientalistischer Literatur; Einzelnachweise werden schrittweise ergänzt. Fehlt eine Stadt? Schreib uns.