Frauen der kurdischen Literatur
Von der Hofhistorikerin des 19. Jahrhunderts bis zur modernen Lyrikerin – die weiblichen Stimmen Kurdistans.
Vier Jahrhunderte weibliche Stimmen
Die kurdische Literaturgeschichte kennt deutlich weniger dokumentierte Autorinnen als Autoren – nicht, weil Frauen nicht dichteten, sondern weil ihnen über Jahrhunderte der Zugang zu Bildung (Hujra-Schulen standen fast nur Männern offen), zu Druck und Öffentlichkeit verwehrt blieb. Umso bemerkenswerter sind die Frauen, die sich dennoch einen Platz in der Literaturgeschichte erschrieben.
Mestûre Erdelan (1804–1848) war eine der ersten Historikerinnen und Dichterinnen des Orients überhaupt – am Hof von Sine schrieb sie Geschichtswerke und einen Diwan. Jîhan Ara Xanima Paweyî (1859–1911) führte diese Tradition in Hewraman fort. Im 20. Jahrhundert brach Jîla Husênî (1964–1996) als Pionierin der modernen Frauenlyrik mit den Konventionen, während Ehlam Mensûr (1951–2013) mit ihrem Roman „Elwe“ den kurdischen Frauenroman begründete. Zu nennen ist auch die Dichterin Shirin Kemal, die Frau Dilshad Merîwanîs, deren Werk noch der Dokumentation harrt.
Diese Seite wächst weiter – Ergänzungen sind ausdrücklich willkommen.