Ein Streifzug durch rund drei Jahrtausende — von antiken Bergvölkern über mittelalterliche Fürstentümer und Saladin bis in die Neuzeit.
Antike Quellen nennen Bergvölker wie die Karduchen (bei Xenophon, um 401 v. Chr.) und später die Kyrtier — oft als Anknüpfungspunkte zur kurdischen Geschichte diskutiert. → mehr im Bereich Subartu
Unter islamischer Herrschaft entstehen kurdische Dynastien: Hasanwayhiden, Marwaniden, Rawadiden, Schaddadiden.
Der Kurde Saladin (Selahêdîn) gründet die Ayyubiden-Dynastie, wird Sultan von Ägypten und Syrien und nimmt 1187 Jerusalem ein. Ayyubiden
Fürst und Gelehrter Scheref Khan Bidlisi verfasst das Scherefname — die älteste umfassende Geschichte der kurdischen Dynastien.
Ehmedê Xanî (1650–1707) schreibt das romantische Epos Mem û Zîn, häufig als kurdisches Nationalepos bezeichnet. Literatur
Halbautonome kurdische Fürstentümer (z. B. Botan, Soran, Baban) verlieren im Zuge der Zentralisierung des Osmanischen Reichs ihre Eigenständigkeit.
Nach dem Ersten Weltkrieg wird der kurdische Siedlungsraum auf die neuen Staaten Türkei, Irak, Iran und Syrien aufgeteilt. Es folgen wechselvolle Jahrzehnte mit Phasen von Unterdrückung, Aufständen und kultureller Wiederbelebung.
Kurdische Sprache, Medien und Kultur erleben vielerorts eine Blüte; im Nord-Irak besteht eine autonome Region.